Bad poetry out of nothing!

November 17, 2006

„Wenn i nix sag, isch recht!“

Gespeichert unter: Flowers of Scotland — Ben @ 11:47

Heydi-ho allerseits!
Tja, ist er gestorben, oder mit der Frau des Bürgermeisters durchgebrannt? Hat er sich IRN-BRU unter den nagel gerissen, oder etwa doch die Schnitte aus dem Greggs geangelt, die so schön „chicken bake“ sagen kann? NEIN! – Was ist denn dann die Wahrheit über den verbleib von „ze Ben“?

ES IST ALLES IN ORDNUNG! :-) …aber schön zu wissen, dass sich alle Sorgen machen, und trotzdem keiner schreibt. *grins – schmarrn. darf ich mich an dieser Stelle für alle emails, Briefe und Pakete bedanken, die mich bisher erreicht haben?

DANKE Sandro, takk Anton, Danggö auch Tommy und André, märci Maki, Спасибо Tanja und Dima, und Danke meiner Familie daheim, Danke David, Danke Marina und Sonja, Danke Nadja, Danke Elis, und allen anderen! :-)

Die letzten Monate waren voller Ereignisse. Oft waren es nur kleinigkeiten, über die ich mich hier freuen durfte, so zum beispiel immer wieder über die wendige Zunge der Einheimischen, die mit ungeheurem Geschick ihren so wundervollen und vielerseits verkannten Dialekt daherplätschern. Ab und zu kann ich dann jeweils nicht anders, als mein handy heimlich zum Diktiergerät zu machen, und mitzuschneiden… So fielen mir bisher schon leute in der Ubahn, die Whiskyladen-Frau und einige meiner Professoren zum Opfer. Noch arbeite ich hartnäckig daran, hier Freunde zu finden, die stolz auf ihre glaswegischen Wurzeln und ihre schottische Abstammung sind. Nicht dass es da an Exemplaren mangeln würde… diese näher kennen zu lernen, ohne sie ihrem natürlichen Umfelde zu entreissen stellt hierbei eine weit grössere Herausforderung dar. :) soviel zur Feldforschung…

Unterdessen hat ja auch der eigentliche Grund meines Aufenthaltes an Gewichtigkeit gewonnen, nämlich das Studium. Und zwar belege ich jetzt offiziell folgende Kurse: „Phonetics & Phonology I“, „Phonetics & Phonology II“, „Onomastics“ und „Gaelic 1B“

Nun unter den meisten dieser Begriffe kann sich wahrscheinlich keiner was vorstellen… Wikipedia? Phonetik und Phonologie beschäftigen sich mit den Lauten der gesprochenen Sprache, bzw. mit ihrer Produktion, Rezeption und Analyse etc blabla. …wem’s Spass macht :-) MIR! – hier wird unter anderem nämlich auf die lautlichen Eigenheiten des Schottischen Englisch eingegangen, sowie Laboranalyse betrieben. Beides Dinge, denen ich in Konstanz bisher noch nicht grossartig begegnet bin.

Die Onomastik verfolgt den Ursprung und die Bedeutung von Namen (Griech. ònoma) – Bisher gab es da sehr interessante Dinge zu Schottischen „Place Names“. Es ist unglaublich wie viel verschiedenartige Information man aus Ortsnamen erhalten kann… So liefert die Onomastik manchmal wichtige Hinweise für Archäologie, Geschichtswissenschaften, Topographie, Soziologie und sogar für die Biologie. Ich freu mich schon besonders darauf, im 2. Term (Januar bis Ostern) den armen Briten die Herkunft des Namens Wängi zu erläutern *schwitz :-/ (hoffentlich gibt’s hier Bücher dazu…)

So trocken das bisher geklungen haben mag, das schönste ist doch immer wieder das lockende Unbekannte! So habe ich mich mutig an eine der alten Sprachen Grossbritanniens gewagt: das schottische Gälisch. Zugegeben, die irische Variante hat mir besser gefallen, da die Aussprache etwas weniger breit ist, aber es geht ja auch mehr darum, einen Einblick in eine nicht alltägliche Grammatik zu gewinnen, und da hat das Gälische EINIGES zu bieten *staun! Oder wo sonst finden wir auf dem alten Kontinent eine Sprache, die verlangt, dass man das Verb vor Subjekt und Objekt nennt? Oder die weder ein Wort für „haben“ noch für „ja“ und „nein“ hat?? Crazy? neeeee… SPANNEND!

A bheil Gàidhlig agad? – Tha, Tha Gàidhlig agam! (Sein Gälisch mit dir? – Sein, sein Gälisch mit ich!)

Am faca an cù an cat? – Chan fhaca, chunnaic an cù an clann. (Sah der Hund die Katze? – Nicht sah, sah der Hund die Kinder.) …alles klaro? ;-)

Das klingt jetzt tatsächlich als würde ich den ganzen Tag nichts anderes tun, als studieren. Naja… stimmt nicht ganz. Es gibt natürlich jede Menge Gelegenheit zur Ablenkung in so einer grossen Stadt. Bilder dazu gibts genügend in meinem Photoblog zu sehen. Irgend einen Reiz findet man zu jeder Zeit und bei jedem Wetter, ja und manchmal ist es das Wetter selbst, das einen hinreisst. In den letzten Tagen ist es zwar recht kalt(!) und regnerisch geworden, und langsam beginne ich an den Mythos „Schnee auf dem George Square“ zu glauben, von dem hier manche Leute munkeln, aber noch lasse ich mich nicht einschüchtern …solange man Marshmellows und einen guten Film zur Hand hat :-)

Soweit die letzten News von der Front vor dem Ausbruch der Eiszeit. Morgen feiere ich mal mit ein paar leuten meinen Geburtstag vor. Ein paar leute wird sich vermutlich auf 2 beschränken: Colin und Josef. Die anderen? Die haben sich eher zur After-party bei mir zu hause angemeldet… logo, dort isses ja dann auch um sonst! *grrr

Allerseits ein recht angenehmes und erholsames Wochenende. Und schämt euch nicht, wenn ihr bisher nicht geschrieben habt. Es bleiben euch noch 4,5 Monate! :-P

*drück

Ben

NovembersonneNovemberregen

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